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Intern
    Institut für Allgemeinmedizin

    REDARES-Studie - Reduktion von Antibiotikaresistenzen durch leitliniengerechte Behandlung von Patienten mit unkompliziertem Harnwegsinfekt in der ambulanten Versorgung

    Offizielle REDARES-Projekthomepage (www.redares.de)

    Im September 2019 beginnt eine Studie mit dem Namen REDARES „Reduktion von Antibiotikaresistenzen durch leitliniengerechte Behandlung von Patienten mit unkompliziertem Harnwegsinfekt in der ambulanten Versorgung“. Das Institut für Allgemeinmedizin Würzburg hat diesen umfangreichen Forschungsantrag bewilligt bekommen und tritt als Gesamtprojektleitung und Konsortialführung auf.

    Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Leitlinienadhärenz von Hausärzten bei der Verordnung von Antibiotika.

    Die Studie unterteilt sich in drei Teilprojekte: Die deutschlandweite Erhebung und Darstellung der aktuellen Erreger- und Resistenzsituation beim unkomplizierten Harnwegsinfekt (HWI) in fünf Regionen, eine multimodale Intervention mit der Implementierung von Leitlinienempfehlungen in der Praxis, sowie eine begleitende Prozessanalyse der technischen Umsetzbarkeit und Akzeptanz.

    Im ersten Teilprojekt sollen von 3500 Patienten Daten über die lokale Resistenzsituation der HWI-Erreger konsekutiv bei allen symptomatischen Patienten erhoben und den versorgenden Ärzten zur Verfügung gestellt werden. Es wird ein Mapping der Resistenzsituation der Erreger des unkomplizierten HWI in der ambulanten Versorgung erzielt, ohne Verzerrung durch eine Selektion z.B. durch komplizierte Fälle. Mittels Modellierung können anhand der ARS-Routinedaten die aktuellen und regionalen Resistenzanteile unkomplizierter HWI berechnet und ambulant tätigen Ärzten langfristig zur Verfügung gestellt werden.

    Im zweiten Teilprojekt werden 138 Hausarztpraxen in den vier Bundesländern Bayern, Thüringen, Baden-Württemberg und Berlin/Brandenburg für die Studie geschult, deren bisheriges und zukünftiges Verordnungsverhalten aufgezeichnet und durch Feedbackmechanismen optimiert. Hierdurch ist gewünscht, dass der Anteil der Verschreibung von Antibiotika der zweiten Wahl an der Gesamtantibiotikaverordnung für den unkomplizierten HWI während eines Zeitraums von zwölf Monaten um ca. 10% reduziert wird.

    Die begleitende Prozessevaluation liefert Hinweise für die Anwendbarkeit und Akzeptanz der vorgestellten Informationen und der Feedbackmechanismen. Ziel ist es, dabei eine Handreichung für eine nachfolgende breite Umsetzung der Intervention in der Versorgung zu erarbeiten. In Intervention und Prozessevaluation werden die Unterschiede zwischen der jeweiligen Praxisstruktur und der unterschiedlichen Softwaresysteme im Hinblick auf eine breite Implementierung in der Regelversorgung berücksichtigt.


    Beteiligte im REDARES-Projekt

    REDARES läuft über 3 Jahre und wird über den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) finanziert. Die Federführung des REDARES-Projektes liegt beim Institut für Allgemeinmedizin Würzburg. Weitere Projektpartner sind

    1. Universitäten/Institute

    • Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsmedizin Berlin - Charité
    • Lehrbereich Allgemeinmedizin und Sektion Versorgungsforschung des Instituts für Biomedizinische Biometrie und Statistik, Universitätsklinikum Freiburg
    • Institut für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene, Universitätsklinikum Freiburg
    • Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE), Universität Würzburg
    • Robert-Koch-Institut Berlin
    • Abteilung Versorgungsforschung des Instituts für Public Health und Pflegeforschung, Universität Bremen
    • Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Jena

    2. Krankenkassen

    • AOK Baden-Württemberg