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Intern
    Institut für Allgemeinmedizin

    4. Tag der Allgemeinmedizin

    18.10.2021

    Uniklinikum Würzburg: Tag der Allgemeinmedizin mit breitem Informationsangebot

    Gastredner Prof. Dr. Norbert Donner-Banzhoff von der Philipps-Universität Marburg, umrahmt von den Leiterinnen des Instituts für Allgemeinmedizin des Uniklinikums Würzburg, Prof. Dr. Ildikó Gágyor (links) und Prof. Dr. Anne Simmenroth. Bilder: Christoph Müller / UKW(2), Rolf Wegst / Philipps-Universität Marburg

    Im Oktober dieses Jahres lud das Institut für Allgemeinmedizin am Uniklinikum Würzburg zum vierten Mal zu einem Fortbildungstag mit hochrelevanten hausärztlichen Themen ein. Beispielsweise beschäftigte sich der Einführungsvortrag mit adäquaten Antworten auf häufig gestellte, kausale Patientenfragen wie: Warum hat mich diese schwere Krankheit getroffen?

    Auch das Erfüllen der aufwändigen Hygieneanforderungen der Corona-Pandemie konnten das Institut für Allgemeinmedizin am Uniklinikum Würzburg (UKW) nicht davon abhalten, am 13. Oktober 2021 den nunmehr 4. Tag der Allgemeinmedizin erneut als Präsenzveranstaltung anzubieten. Hausärzt*innen und Medizinische Fachangestellte sowie Ärzt*innen in Weiterbildung und Studierende waren eingeladen, aus insgesamt 14 Workshops die für sie jeweils interessantesten auszuwählen. Den größten Zuspruch der rund 100 Teilnehmer*innen erfuhren das Disease-Management-Programm bei Diabetes, die ärztliche Leichenschau, die Herausforderungen durch kognitive Alterung und Demenz sowie Antworten auf die Frage „Welche Kinder muss die Kinderklinik unbedingt sehen?“.

    Gedanken zum Kausalitätsbedürfnis der Patient*innen

    Für den Hauptvortrag vor dem Plenum des Infotages im Hörsaal des Rudolf-Virchow-Zentrum konnten Prof. Dr. Ildikó Gágyor und Prof. Dr. Anne Simmenroth, die Leiterinnen des Instituts für Allgemeinmedizin, in diesem Jahr Prof. Dr. Norbert Donner-Banzhoff von der Abteilung für Allgemeinmedizin, Präventive und Rehabilitative Medizin der Philipps-Universität Marburg gewinnen. Der Experte lieferte Denkanstöße zu den Hintergründen und dem Umgang mit dem Kausalitätsbedürfnis vieler Patient*innen. Ein Bedürfnis, das sich in Fragen äußert wie: Warum bin ich von dieser schweren Krankheit betroffen? Warum musste mir das ausgerechnet jetzt passieren? Oder auch: Warum habe ich nicht früher den Notarzt gerufen?

    Probabilistische Zusammenhänge

    Am Beispiel der Verbindung zwischen Rauchen und Koronaren Herzerkrankungen machte der Gastredner deutlich, dass die in medizinischer Lehre und Alltag zu oft angenommenen – und auch den Patient*innen gegenüber kommunizierten – deterministischen Gesetze völlig fehl am Platze sind. „Tatsächlich sind die Zusammenhänge probabilistisch“, betonte Donner-Banzhoff. Das bedeutet, dass immer nur Aussagen zu gewissen Wahrscheinlichkeiten  getroffen werden können. Bezogen auf den Erkrankungsgrund hält es der Professor gerne mit dem britischen Statistiker Sir David Spiegelhalter, der feststellte: Wenn man Krebs hat, ist das zunächst einmal Pech.

    Genau hinhören – und möglichst kein Raum für das Thema Schuld

    Für die ärztliche Praxis empfahl der Referent den Zuhörer*innen, Warum-Fragen am ehesten mit Formulierungen wie „Es könnte sein, dass…“ zu beantworten. Ganz wichtig sei es ferner, auf keinen Fall Schuldgefühle oder Schuldzuweisungen zu fördern. „Darüber hinaus ist oft ein genaues Hinhören gefragt, denn unsere Patientinnen und Patienten stellen die Warum-Frage oft indirekt“, riet Prof. Donner-Banzhoff.

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