ABS ambulant
Neuentwicklung der S3-Leitlinie „Empfehlungen für ein ambulantes Antibiotic Stewardship Programm für Deutschland“
Hintergrund
Der überwiegende Teil der Antibiotikaverordnungen in Deutschland erfolgt in der ambulanten Versorgung. Gleichzeitig ist ein relevanter Anteil dieser Verordnungen vermeidbar oder nicht leitliniengerecht. Für Hausärztinnen/Hausärzte sowie Kinder- und Jugendärztinnen/-ärzte ist es im Praxisalltag eine Herausforderung, Antibiotika bei Infektionskrankheiten zielgerichtet, angemessen und resistenzbewusst einzusetzen. Für den ambulanten Bereich fehlt bislang eine indikationsübergreifende S3-Leitlinie zum Antibiotic Stewardship (ABS)
Ziel des Projekts
Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer neuen S3-Leitlinie, die den verantwortungsvollen und evidenzbasierten Einsatz von Antibiotika in der ambulanten Primärversorgung von Erwachsenen und Kindern unterstützt. Im Projekt werden zunächst interdisziplinär klinisch relevante Schlüsselfragen und patientenrelevante Endpunkte priorisiert. Anschließend erfolgt eine systematische Evidenzrecherche und -bewertung (u. a. nach GRADE). Auf dieser Grundlage werden konsentierte Empfehlungen für ein ambulantes Antibiotic Stewardship Programm in Deutschland formuliert. Geplant sind außerdem eine Langversion, eine Kurzversion sowie eine Patientenleitlinie. Besonderer Fokus liegt auf der Umsetzbarkeit im deutschen Gesundheitswesen und der Einbindung relevanter Akteure der ärztlichen Selbstverwaltung und Versorgungspraxis.
Projektpartner
Konsortialführung: Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Würzburg
Konsortialpartner:
- Institut für Allgemeinmedizin, Universität zu Kiel
- Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Jena
- Universität Bremen
Kooperationspartner (Auswahl):
- Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)
- Deutsche Gesellschaft für Allgemeine Ambulante Pädiatrie (DGAAP)
- Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie (DGPI)
- Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI), Sektion ABS
- Deutsche Arbeitsgemeinschaft ambulant tätiger Ärztinnen und Ärzte für Infektionskrankheiten und HIV-Medizin (DAGNÄ)
- Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM)
- Deutsche Gesellschaft für Öffentliches Gesundheitswesen (DGÖG)
- Robert Koch-Institut (RKI)
- Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) und der Deutschen Ärzteschaft.
- Hausärztinnen- und Hausärzteverband
- Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen (BVKJ)
- Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)
- Bürger- und Praxisvertretungen (u. a. BayFoNet, RESPoNsE)
Förderung
Für das Leitlinienprojekt stehen öffentliche Fördermittel in Höhe von rund 392.000 Euro des G-BA Innovationsfond zu Verfügung. Die geplante Förderdauer beträgt 30 Monate. Das Projekt ist als neue S3-Leitlinie bei der AWMF registriert (Register-Nr. 053-066).
