Lehrärztetreffen im Juni
| Datum: | 24.06.2026, 16:00 - 18:00 Uhr |
| Vortragende: | Frau Prof. Dr. med. Christiane Muth, MPH |
Medikamente absetzen aber wie? Wenn Deprescribing zum klinischen und methodischen Problem wird
Medikamente absetzen aber wie? Wenn Deprescribing zum klinischen und methodischen Problem wird
Mit einer älter werdenden Gesellschaft nimmt der Anteil mehrfacherkrankter Menschen mit häufig assoziierter Multimedikation zu. Es wird offensichtlich, dass diesen Patient*innen nicht alle chronisch verordneten Medikamente weiterverordnet werden sollten oder können. Wenn riskante Interaktionen zwischen Medikamenten und Erkrankungen bei Multimorbidität vermieden und Unerwünschte Arzneimittelwirkungen reduziert werden sollen, wenn die (subjektive) Behandlungslast die Möglichkeiten von Patient*innen übersteigt, wenn Behandlungsprioritäten gesetzt werden müssen, dann ergeben sich Gründe für das Absetzen einer „Dauertherapie“. Dies ist jedoch für Patient*innen wie Ärzt*innen mit Einstellungs-, Entscheidungs- und Umsetzungsproblemen verbunden. Auch in Absetzstudien zeigen sich Besonderheiten, die bei Planung, Durchführung und Ergebnisinterpretation zu beachten sind.
Der Vortrag greift ein aktuelles interdisziplinäres Thema der Patient*innensicherheit auf und skizziert zentrale Aspekte evidenzbasierter klinischer Entscheidungsfindung sowie forschungsmethodischer Ansätze zum Deprescribing im Sinne eines Werkstattberichts zu einem vergleichsweise jungen Forschungsfeld.
