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Institut für Allgemeinmedizin

Corazón en acción

Corazón en acción

Hintergrund

Kardiovaskuläre Erkrankungen verursachen weltweit jährlich rund 18 Millionen Todesfälle und zählen damit zu den führenden Todesursachen sowie zu den bedeutendsten Treibern der globalen Krankheitslast. In Bolivien verschärft sich diese Situation durch die hohe Prävalenz der Chagas-Erkrankung, die wesentlich zur Entstehung kardiovaskulärer Komplikationen beiträgt. Es besteht somit eine sogenannte „double burden of disease“, also eine doppelte Krankheitslast aus übertragbaren und nichtübertragbaren Erkrankungen.

Projektbeschreibung

Das Projekt Corazón en acción wird im Rahmen des globalen Förderprogramms Klinikpartnerschaften der Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) gefördert. Projektpartner ist das Hospital Dermatológico de Monteagudo (HDM) in Bolivien sowie die Charité in Berlin. Angesichts der hohen Chagas-Prävalenz und der damit verbundenen Herz-Kreislauf-Komplikationen verfolgt das Projekt einen integrierten und bedarfsorientierten Ansatz. Im Mittelpunkt stehen die Erhebung der aktuellen Krankheitslast und Versorgungssituation, die Identifikation lokal priorisierter Herausforderungen sowie die Entwicklung und Evaluation geeigneter Interventionen für zukünftige Folgeprojekte. Das Vorhaben basiert auf einem partizipativen Forschungsansatz: Neben Patientinnen und Patienten werden alle relevanten Akteurinnen und Akteure einbezogen – darunter traditionell Heilende, Veterinärmediziner:innen, Pharmazeut:innen sowie Entscheidungstragende aus Gesundheitswesen und Politik. Gleichzeitig stärkt das Projekt lokale Forschungskompetenzen und fördert den fachlichen Austausch zwischen bolivianischen und deutschen Partnerinstitutionen.

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nicht nur zur nachhaltigen Verbesserung der Versorgung vor Ort beitragen, sondern auch als Modell und Impulsgeber für partizipative Gesundheitsprojekte in Deutschland dienen.